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Die Stadt Liebenau liegt in einem uralten Siedlungsgebiet. Viele Funde aus der Stein- und Bronzezeit, auch Hügelgräber beweisen das. Davon zeugen 22 größere und kleinere Hügel, die im Wald zwischen Ersen, Haueda und Liebenau liegen. Die Hügel haben einen Durchmesser von 6 bis 10 m und eine Höhe von 30 cm bis 1 m.

Im Jahre 1932 wurden von den Archäologen Kersten und Uenze 4 Hügel ausgegraben und untersucht. Die Befunde ergaben, daß zwei Grabhügel ca. 2000 bis 1800 v. Chr. Angelegt wurden, also am Ausgang der Jungsteinzeit und Beginn der Bronzezeit. Man fand eine Scheibe, die zur Becherkultur der Jungsteinzeit gehört. Eine bronzene Nadel mit durchlochtem Kopf und ein kupferner Blechstreifen deuten auf die beginnende Bronzezeit hin. Während die Steinzeitwerkzeuge und Waffen auf die Tätigkeit von Jägern hinweisen, wurde in der Bronzezeit bereits in unserem Gebiet Ackerbau betrieben.

Die Diemel und Warme mit den Einmündungen des Ruhr- und Alsterbaches geben der lieblichen Landschaft ihr besonderes Gepräge. Die fruchtbaren Flußtäler mit manchmal steil ansteigenden Kalkfelsklippen, sanften Hügeln und Bergen sowie den großen Waldungen machen Liebenau zu einem idealen Wandergebiet.

Die heutige Stadt Liebenau besteht aus den ehemaligen Gemeinden Liebenau, Niedermeiser, Lamerden, Ostheim, Haueda, Zwergen, Ersen und Grimelsheim. Sie liegt im Westzipfel des Kreises. Mit 3648 Einwohnern gehört Liebenau zu den kleineren Großgemeinden des Landkreises Kassel. Die Gemarkungsgröße von rd. 5000 ha und der Waldanteil von 1100 ha können sich jedoch sehen lassen.

Früh tritt dieser Raum in das Licht der Geschichte. Schon Tacitus beschreibt die Landschaft als das Grenzgebiet der Cherusker, Chatten und Fössen. Sie waren Nachbarn, die auch Fehden und Kriege führten.

In Niedermeiser erinnert der Name "Fössenberg", auf dem auch noch Reste von Befestigungsanlagen zu ahnen sind, an diese Zeit. Auch das "Sassental" bei Zwergen will weiter an die Nachbarschaft der Sachsen erinnern. So war der Raum Liebenau von ältester Zeit an ein Grenzgebiet, eine "Vierländerecke", wo die Chatten, die Cherusker, Sachsen und Fosi sich berührten.

Mit wechselndem Druck lastete der Begriff des Grenzlandes auf den Bewohnern des Stadtgebietes. Hart war die Zeit der Kriege zwischen dem Bischof von Paderborn und dem Landgrafen von Hessen. Sogar 1945 bekam Liebenau als Grenzbahnhof zwischen britischer und amerikanischer Zone eine besondere Bedeutung.